
Durch den Bau der zwei Staumauern Scala und Arlas, genannt Süd- und Nordmauer, auf dem Berninapass auf 2230.65 m ü. M. wurden erst anfangs des letzten Jahrhunderts die Berninaseen zum Lago Bianco zusammengeführt. Die Berninaseen entwässerten immer in Richtung Süden. Auch heute fliesst alles gefasste Wasser ausschliesslich Richtung Mittelmeer. Das Wasser aus dem unmittelbar nördlich der Staumauer Arlas gelegenen See "Lej Nair", was nichts anderes als "schwarzer See" bedeutet, fliesst hingehen ins Schwarze Meer. Im Lago Bianco kann über 18 Mio Kubikmeter Wasser gespeichert und für Zeiten höherer Nachfrage sichergestellt werden. Bis anhin ist üblicherweise im Sommer der Energiebedarf geringer als zu kalten Winterszeiten, so dass es von einem typischen Saisonspeicher gesprochen werden kann. Damit noch mehr Wasser für Zeiten hohen Bedarfs bereit gestellt werden konnte, würden während dem 2. Weltkrieg die Staumauern um rund 4 m auf 2234.65 m ü. M. erhöht und in Palü Pumpen installiert, die es erlauben, Wasser aus dem Einzugsgebiet des rund 300 m tiefer gelegenen Palüsees in den Lago Bianco zu pumpen.