Kraftwerk Palü
Auf der Südseite des Berninapasses, mitten in den Bergen, ragt das Kraftwerk Palü wie ein Monolith empor! Hier wird das Wasser des Lago Bianco zum ersten von insgesamt fünf Mal für die Stromproduktion genutzt.
Auf der Südseite des Berninapasses, mitten in den Bergen, ragt das Kraftwerk Palü wie ein Monolith empor! Hier wird das Wasser des Lago Bianco zum ersten von insgesamt fünf Mal für die Stromproduktion genutzt.
Eckdaten
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Eckdatum |
Wert |
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Bau |
1926/27 |
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Gesamterneuerung |
2013 |
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Nutzgefälle |
ca. 280 m |
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Nutzwassermenge |
4,5 m³/s |
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Installierte Turbinen |
1 Pelton |
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Installierte Leistung |
max. 10 MW |
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Jährliche Produktion |
ca. 13 GWh |
Beschreibung
Das Kraftwerk Palü (1954 m ü.M.) nutzt das Wassser des Lago Bianco für die Stromproduktion und steht für oberste Stufe der Kraftwerkskette «oberes Puschlav». Nach der Turbinierung in Palü wird in den Kraftwerken Cavaglia, Robbia sowie Campocologno I und Campocologno II weitere Male Strom produziert. Beim Kraftwerk Palü fällt das Wasser rund 230 Meter in die Tiefe und baut einen Druck von 23 bar auf. Rasant unterwegs: Bei Vollbetrieb fliessen 4500 Liter pro Sekunde mit einer Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde zum Kraftwerk Palü. Architekt der Kraftwerksanlage war Nicolaus Hartmann jun., der zu den Mitbegründern des Bündner Heimatschutzes zählt. Die Fassade mit Steincharakter fügt sich dominant in der rauen und gebirgigen Umgebung ein. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in der Zentrale Palü Pumpen eingebaut. Das Kraftwerk befindet sich entlang der Bernina-Linie und ist deswegen im UnescoWeltkulturerbe -Perimeter.
Geschichte
Im Jahr 1927 ging das Kraftwerk Palü als oberste Anlage der Kraftwerkskette «oberes Puschlav» in Betrieb. Die unterste Stufe Robbia war zu dieser Zeit bereits knappe 20 Jahre am Netz.
Anfang der Zwanzigerjahre bestanden für den Palüsee noch konkrete Ausbaupläne. Beabsichtigt war eine wesentliche Erhöhung des Stauziels. Der Standort für die Zentrale Palü wurde folglich aus diesem Gesichtspunkt bestimmt. Das führte zu der wohl einzigartigen Anordnung des Kraftwerks Palü mit einer quasi auf Bodenebene vertikalachsigen Peltonturbine und einer zweiten Turbine (Francis), über 30 Meter tiefer gelegen und an derselben Achse drehend.
Um das Wasser für den Winter speichern zu können und die Abhängigkeit vom Ausland während des Zweiten Weltkriegs zu verringern, wurde das Kraftwerk Palü mit Pumpen ausgerüstet. Damit konnte das Wasser vom Palüsee in den wasserreichen Monate in den Lago Bianco hochgepumpt werden. Die beiden Staumauern vom Lago Bianco wurden in den Vierziegen Jahre um je vier Meter erhöht.