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Grafik eines Wasserlaufs

Palüsee

Standort 8 - Wanderweg «Via Energia»

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Zwischen Nutzen und Schützen

Die Wasserkraft ist ein Segen, aber würde unser Energiehunger ohne Rücksicht auf die Natur gestillt, wäre der Preis dafür zu hoch. Energiegewinnung muss stets auch den Schutz von Flora, Fauna und Landschaft berücksichtigen. Bei Flusskraftwerken sind das zum Beispiel üppig bewachsene Umgehungsgewässer, in denen die Fische ihre Wanderungen fortsetzen und optimale Laichmöglichkeiten finden. Würde in den Bergen sämtliches Wasser gestaut und durch Druckleitungen abgeführt, fehlte der Natur der natürliche Wasserlauf. Deshalb muss stets eine Restwassermenge im Gewässer verbleiben, damit Fische, Kleinstlebewesen und Amphibien überleben, die Vielfalt an Wasser- und Uferpflanzen erhalten bleibt und wir Menschen uns weiterhin an einer schönen Landschaft erfreuen dürfen. Unsichtbar bleibt für uns, was die Restwassermenge sonst noch bewirkt: Sie dient als Temperaturpuffer gegen zu hohe Erwärmung im Sommer und gegen zu rasches Zufrieren im Winter, sie vermeidet einen übermäßigen Algen- und Bakterienwuchs und sie speist unser Grund- und damit auch unser Trinkwasser.

Ausschlaggebend dafür, welche Menge Wasser für die Stromproduktion und welche für den Schutz der Natur zur Verfügung steht, ist die jeweilige Situation vor Ort. Was ist der Charakter des Gewässers? Wie steil ist das Gelände? Wie breit und wie tief ist der Wasserlauf? Allgemein gilt: Je weniger Wasser das Gewässer im Jahresmittel führt, umso größer ist tendenziell die relative Mindestrestwassermenge.

Wie in allen Bereichen, in die der Mensch eingreift, gilt auch hier besondere Sorgfalt, damit die Nutzung der Natur nachhaltig ist und nicht auf Kosten der Erhaltung einer lebenswerten Umwelt passiert.

Karte mit den verschiedenen Posten auf der Via Energia
Klein aber oho!

Ein schonungsvoller Umgang mit den Ressourcen bedeutet auch, diese besonders effizient zu nutzen. An der Ostmauer am Lago Palü gibt es deshalb ein sogenanntes Dotierkraftwerk, eine Art Kleinkraftwerk im Kraftwerk. Meist sind Dotierkraftwerke in den Wehranlagen integriert und nutzen die Restwassermenge. Ihre Leistung ist klein, aber auch Kleinvieh macht Mist. So liefern sämtliche Kleinwasserkraftwerke der Schweiz über fünf Prozent der aktuellen Elektrizitätsproduktion. Diese kleinen Kraftwerke – es sind derzeit über 1100 – produzieren rund 3600 Gigawattstunden Strom pro Jahr.

Wassertropfen als Symbol für die Wasserkraft
Grafik eines Fischs
Hochwasser am Palübach

Während der gewitterreichen Sommermonate kann der Zufluss zum Lago Palü über 15’000 Liter in der Sekunde betragen. Der Palübach transportiert dann gewaltige Mengen Geschiebe in den Lago Palü, weshalb Repower ein separates Auffangbecken für Schotter gebaut hat. Wenn der Zufluss auf über 6’000 Liter pro Sekunde ansteigt, wird eine Schütze geöffnet und der Palübach transportiert das zuvor aufgefangene Geschiebe ins Tal. Nach jedem Hochwasser wird das Bachbett 24 Stunden lang mit klarem Wasser nachgespült. So wird sichergestellt, dass die Bachforellen im flachen Bachabschnitt der Cavagliaebene ein kiesiges Bachbett vorfinden, was ihrem bevorzugten Lebensraum entspricht.

Retouren an die Natur

Vor dem Jahr 2000 waren alle Nebengewässer des Poschiavino im Tal ausgetrocknet. Seither wurden die Bäche Acquasela, Parabogl und Val da Prada mit Unterstützung eines Ökofonds von Repower renaturiert. Dadurch entstanden wertvolle Lebensräume für Fische, Amphibien sowie Land- und Wasservögel. Neben neuen Laichplätzen für die Fische bieten die Bäche auch Schutz für Insekten und andere kleine Lebewesen. Dank einer Blockrampe im Mündungsbereich des Lago di Poschiavo, einer kleinen Fischtreppe bei der Mühle in Le Prese und einer Unterquerung des Poschiavino können die Forellen des Lago di Poschiavo wieder in die Kleingewässer bis nach Prada hochwandern. Übrigens ist ein toller Naturlehrpfad eingerichtet, der viel Wissenswertes zu der Renaturierung vermittelt. Mit Mitteln aus dem Repower-Ökofonds wurden zahlreiche Wasserbauten finanziert, um die Biotope zu vernetzen. Es wurden aber auch Studien ermöglicht, so wurden etwa ein Libellen-Inventar oder ein Vernetzungskonzept für die Amphibien erstellt.

Grafik eines Froschs
Grafische Darstellung eines historisches Schildes
100 Prozent hausgemacht!

Die Idee ist genial: Im Tal werden unter dem Label «100% Valposchiavo» Käse, Fleisch, Tees, Gewürze, Früchte, Gemüse und Getränke angeboten, die in der gesamten Produktionskette hier produziert werden. Nun gibt es auch «H2O Valposchiavo», ein Stromprodukt, das zu 100 Prozent aus einheimischer Wasserkraft stammt. Repower produziert es in den Kraftwerken von Palü, Robbia, Campocologno I und dem Dotierkraftwerk in Palü. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Poschiavo erhalten «H2O Valposchiavo» ohne Preisaufschlag.

Die Renaturierung der Cavagliaebene: Zurück zur Natur.

Der gefrorene Fluss

Für einen Meter Gletschereis bedarf es rund zehn Meter Neuschnee. Unter dem Gewicht des Neuschnees verdichtet sich der poröse, körnige Firn zu kristallinem, dichtem Gletschereis. Das Eis verformt sich unter seinem eigenen Gewicht und fliesst wie eine sehr zähe Flüssigkeit talwärts. Seit Jahren leiden diese gefrorenen Flüsse aber unter dem Klimawandel. Der Vadret da Palü, der «Hausgletscher» der Valposchiavo, verlor seit 1900 über 80 Prozent seines Volumens. Viele kleinere Gletscher werden in den kommenden Jahrzehnten ganz verschwinden. Langfristig wird der Gletscherschwund grosse Auswirkungen auf den gesamten Wasserhaushalt der Schweiz haben.

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Wenn Menschen Energie benötigen, um Wärme oder elektrischen Strom zu erzeugen oder Automotoren zu betreiben, wird seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in wachsendem Ausmass die Energie genutzt, die sich in der Kohle, im Erdöl und im Erdgas befindet.