Wasserkraftwerk Chlus.

Ein Projekt von nationaler Bedeutung. 

Im Prättigau/Bündner Rheintal plant Repower das Projekt Chlus, welches den Bau eines Wasserkraftwerks vorsieht. Mit einer Jahresproduktion von ca. 237 Gigawattstunden gilt das Vorhaben als «Projekt von nationaler Bedeutung». Die neue Anlage ergänzt die bestehende Kraftwerkskaskade Klosters/Schlappin-Küblis um eine weitere Stufe und soll das Gefälle zwischen Küblis und dem Rhein zur Stromproduktion nutzen. Dabei wird das turbinierte Wasser aus dem bestehenden Kraftwerk in Küblis gefasst und über Druckstollen und Druckleitung zur neuen Kraftwerkszentrale in Trimmis geführt. Weiteres Wasser kommt aus der Landquart bei Küblis sowie den drei Seitenbächen Ariesch-, Furner- und Schranggabach dazu. Am Ariesch- und Schranggabach kann die Fallhöhe zusätzlich mittels Kleinwasser-Kraftwerken genutzt werden.

Die zwölf Gemeinden haben der Erteilung der Konzession deutlich zugestimmt. Die Arbeiten am Konzessionsgenehmigungsgesuch inkl. Umweltverträglichkeitsbericht 1. Stufe sind abgeschlossen. Dieses wird nun von Repower und den Gemeinden dem Kanton eingereicht.

Für die Erstellung der Anlage wird mit einer Bauzeit von rund vier bis fünf Jahren und einem Investitionsvolumen von ca. 380 Millionen Franken gerechnet.

Leistung und Produktion

Installierte Gesamtleistung ca. 62 MW
Gesamtproduktion ca. 237 GWh/a

Wassernutzung und Wasserweg

Turbiniertes Wasser aus dem KW Küblis, mit Fassungen beim Landquart, Ariesch-, Furner- und Schranggabach

Druckstollen ca. 16,1 km
Druckleitung ca. 2 km

Das Projekt im Detail

In den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurden im Prättigau drei Kraftwerke gebaut, um aus Wasserkraft Strom zu produzieren. 2011 wurden diese um das Kraftwerk Taschinas erweitert. Mit dem Projekt Chlus soll nun ein ergänzendes Kraftwerk im Prättigau/Bündner Rheintal entstehen.

Die Nutzung der Wasserkraft hat im Prättigau Tradition. Schon 1918 wurde die damalige AG Bündner Kraftwerke mit dem Ziel gegründet, aus Wasserkraft elektrische Energie zu erzeugen. Zwischen 1919 und 1927 erstellte sie drei Kraftwerke. Der Bau dieser Anlagen wurde in Angriff genommen, bevor überhaupt feststand, wer den künftig produzierten Strom abnehmen würde. Die treibende Kraft war der Glaube an den technischen Fortschritt. Im Laufe der Jahre wurden die Anlagen erneuert und Anfang dieses Jahrtausends konnte Repower die Konzessionen für die bestehenden Kraftwerke um weitere achtzig Jahre verlängern. Auch Investitionen in eine neue Anlage wurden getätigt: 2008 begann der Bau des Kraftwerks Taschinas im vorderen Prättigau. Dieses jüngste Wasserkraftwerk von Repower nahm 2011 seinen Betrieb auf. Schon seit Längerem bestanden auch Ausbaupläne für die Nutzung der Wasserkraft unterhalb von Küblis.


Als Vorläufer des heutigen Projekts Chlus wurde dieses Vorhaben in den 1970er- und 1980er-Jahren zum ersten Mal in Angriff genommen. Bei den Konzessionsabstimmungen 1991 lehnte ein Teil der Gemeinden die Ausbauidee ab und so wurde diese zunächst nicht weitergeführt. Erst im Jahr 2007 beschloss man, das Projekt nochmals aufzugreifen — mit einer zweistufigen Linienführung von Küblis bis ins Rheintal.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessenvertretern hat Repower ein breit abgestütztes Projekt erarbeitet. Nachdem sich die Gemeinden für die Konzessionserteilung entschieden haben, steht nun das zweistufige kantonale Bewilligungsverfahren an.

Bei der Projektentwicklung sitzen neben Repower und verschiedenen externen Experten aus den Bereichen Technik und Umwelt auch Vertreter von Behörden, Umweltschutzorganisationen, dem Bündner Bauernverband und weiteren Interessengruppen am Tisch. Gemeinsames Ziel:  Eine technisch machbare, ökologisch vertretbare und wirtschaftlich umsetzbare Lösung zu finden. Im Frühjahr 2012 zeigte sich jedoch, dass die Projektvariante mit zwei Zentralen die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens infrage gestellt hätte. In den folgenden Monaten führte Repower zusammen mit den verschiedenen Interessenvertretern und Arbeitsgruppen eine vertiefte Variantenanalyse durch. Aus diesen Arbeiten ging Ende 2012 das heutige Projekt Chlus hervor.

In der Zwischenzeit wurde das Vorhaben intensiv weiterentwickelt und das Konzessionsprojekt fertiggestellt. Auch die Abstimmungen in den zwölf Konzessionsgemeinden sind abgeschlossen. Dabei haben sich sämtliche Gemeinden deutlich für die Erteilung der Konzession ausgesprochen. Mit der Einreichung des Konzessionsgenehmigungsgesuchs durch die Gemeinden und Repower an den Kanton Graubünden startet nun das zweistufige Bewilligungsverfahren auf kantonaler Ebene. Wenn auch dieses erfolgreich durchlaufen ist, steht dem Bauentscheid von Bewilligungsseite her nichts mehr im Wege.

 

Das neue Kraftwerk kann jährlich 237 Gigawattstunden Strom produzieren. Dazu führen Druckstollen und Druckleitung das Wasser vom Kraftwerk in Küblis nach Trimmis. Weitere Fassungen in der Landquart und in drei Seitenbächen gehören ebenfalls zur Anlagendisposition.

Damit man ein Wasserkraftwerk bauen kann, müssen zwei grundsätzliche Bedingungen erfüllt sein: Wasser und Gefälle müssen vorhanden sein. Ob ein Standort sich tatsächlich für den Bau eines Kraftwerks eignet, hängt von vielen weiteren Faktoren ab, wie zum Beispiel den geologischen Verhältnissen oder der Möglichkeit, die Anlage ans Netz anzuschliessen. Beim Projekt Chlus sind alle diese Voraussetzungen erfüllt.

Das Gefälle zwischen Küblis und Trimmis beträgt über 260 Meter. Für den Betrieb des Kraftwerks wird das turbinierte Wasser der Zentrale Küblis gefasst und zusätzliches Wasser aus der Landquart sowie den drei Seitenbächen Ariesch-, Furner- und Schranggabach ins Triebwassersystem eingeleitet. In einem 16,1 Kilometer langen Druckstollen und einer 2 Kilometer langen Druckleitung wird es zum Herzstück des geplanten Kraftwerks geführt — der Kraftwerkszentrale in Trimmis. Weil der Ariesch- und der Schranggabach hoch über dem Druckstollen gefasst werden, kann hier die Fallhöhe mittels Kleinwasser-Kraftwerken genutzt werden. Die Gesamtleistung der geplanten Anlage beträgt 62 Megawatt, was Chlus — abgesehen von Pumpspeicherwerken —  zum grössten Wasserkraftprojekt der Schweiz macht.

Bis zu 300 Personen werden sich an den Bauarbeiten für das Projekt Chlus beteiligen. Dabei wird auf sechs Baustellen parallel gearbeitet. Die sorgfältige Planung umfasst auch Transport und Lagerung von rund 1,1 Millionen Tonnen anfallendem Ausbruchmaterial. 

Der Bau eines Wasserkraftwerks ist ein anspruchsvolles Unterfangen. Für die geplante Anlage zwischen Küblis und Trimmis ist von vier bis fünf Jahren Bauzeit auszugehen. Zu Spitzenzeiten werden bis zu 300 Personen auf sechs Baustellen arbeiten. Vorgesehen sind Installationsplätze bei den Wasserfassungen in Küblis, am Ariesch-, Furner- und Schranggabach, beim Wasserschloss und schliesslich für den Bau des Zentralengebäudes in Trimmis.


Beim Ausbruch werden unterschiedliche Techniken wie zum Beispiel Fräsvortrieb mit Hilfe von Tunnelbohrmaschinen oder Sprengvortrieb angewendet. Insgesamt fallen rund 1,1 Millionen Tonnen Material an. Die Materialbewirtschaftung spielt somit eine zentrale Rolle in der Baulogistik. Wo möglich wird das Material wiederverwertet. Wegen der Beschaffenheit des Gesteins ist dies jedoch nur bei gut fünf bis zehn Prozent der Ausbruchmenge der Fall. Rund die Hälfte des nicht wiederverwertbaren Materials wird verwendet, um frühere Materialentnahmestellen im Bündner Rheintal wieder aufzufüllen. Das restliche Ausbruchmaterial wird in Form von Terrainaufschüttungen an den Standorten Sand in Seewis und Schwinboden in Jenaz abgelagert und sorgfältig ins Gelände eingebaut. Die beiden Standorte befinden sich in unmittelbarer Nähe des Projektgebiets und können über kurze Transportwege erreicht werden. Für den Materialtransport werden hauptsächlich Förderbänder, Materialseilbahnen und auch Lastwagen eingesetzt.

Die Umweltbegleitung ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts Chlus. Die Auswirkungen von Bau und Betrieb werden sorgfältig untersucht und entsprechende Ersatzmassnahmen definiert, damit eine ausgeglichene Umweltbilanz sichergestellt ist.

Mit Bau und Betrieb eines Kraftwerks gehen immer gewisse Einflüsse auf die Umwelt einher. Deshalb ist die Umweltbegleitung bei Chlus ein integraler Teil jeder Stufe des Vorhabens, von der ersten Projektidee über die Planung und die Projektierung bis hin zu Bau und Betrieb.

Die Umwelteinwirkungen sind vielfältig. So fliesst in der Landquart künftig weniger Wasser, dafür fallen Schwall und Sunk unterhalb des Kraftwerks Küblis weg. Zudem wird die Restwassermenge so definiert, dass zusammen mit weiteren Massnahmen die Voraussetzungen gegeben sind, damit die Seeforelle in Zukunft vom Bodensee bis nach Serneus schwimmen kann. Untersucht werden nicht nur die Gewässer, sondern sämtliche Bereiche, die vom Projekt tangiert sind: Dazu gehören unter anderem Grundwasser, Landschaft, Flora und Fauna.


Alle Eingriffe werden mittels eines Punktesystems des Kantons Graubünden bewertet, anschliessend werden für eine ausgeglichene Umweltbilanz entsprechende Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen definiert. Auf Wunsch der Umweltorganisationen (WWF und Pro Natura) wird die Machbarkeit der Aufhebung der Schwelle Chlus geprüft. In enger Zusammenarbeit zwischen Kanton, Kantonalen Ämtern, betroffenen Gemeinden, Repower und den Umweltorganisationen wird nun die rechtliche Situation, die technische Machbarkeit und die Finanzierbarkeit abgeklärt.

Die Detailplanung zu diesen oder weiteren Ausgleich- und Ersatzmassnahmen steht noch an und wird im Rahmen des UVB 2. Stufe vertieft.

Das Projekt Chlus kann zur Schweizer Energiestrategie beitragen und gilt als «Projekt von nationaler Bedeutung». Doch im aktuellen Umfeld ist die Realisierung nicht geförderter Anlagen schwierig. Repower unterstützt die Suche nach Lösungen für die Zukunft der Wasserkraft.

Mit einer jährlichen Produktion von ca. 237 Gigawattstunden verdoppelt die geplante Anlage die heutige Stromproduktion im Prättigau nahezu. Die Erhöhung der Stromproduktion aus Wasserkraft ist ein Ziel sowohl des Kantons Graubünden, welcher die Stromproduktion aus Grosswasserkraft um jährlich 860 Gigawattstunden steigern will, als auch der Energiestrategie 2050 des Bundesrats. Diese sieht im Bereich Wasserkraft bis 2035 ein Ausbauziel von zusätzlichen 2000 Gigawattstunden vor. Das Projekt Chlus kann mit zwölf Prozent zu dessen Erreichung beitragen und ist damit das grösste unter 19 vom Bundesamt für Energie identifizierten Wasserkraftvorhaben und ein «Projekt von nationaler Bedeutung». Das geplante Kraftwerk verfügt über eine hohe Betriebsflexibilität und kann so einen Beitrag zur Integration der zunehmenden Produktion von unregelmässig anfallender Wind- und Solarenergie leisten.

Trotz der Wichtigkeit und der hohen Qualität des Projekts stellt das energiepolitische und wirtschaftliche Umfeld das Vorhaben vor grosse Herausforderungen. Die aktuellen Fördermodelle für neue erneuerbare Energien führen zu einer starken Verzerrung und zu einer künstlichen Absenkung der Marktpreise, zu welcher auch die schwache Wirtschaftslage in Europa beiträgt. Dies macht die Realisierung von nicht geförderten Anlagen schwierig. Repower unterstützt daher die Bestrebungen auf eidgenössischer Ebene, tragfähige und nachhaltige Lösungen für die Wasserkraft zu finden und glaubt an die Zukunft dieser wichtigsten einheimischen erneuerbaren Energiequelle. Aus diesem Grund werden die Arbeiten am Projekt Chlus trotz des schwierigen Umfelds weiter vorangetrieben.

Publikationen

Unsere Dokumentation zum Projekt

  • Flyer Projekt Chlus

    pdf - 1,9MB

  • Zusammenfassung Projekt Chlus

    pdf - 1,6MB

  • Faktenblatt Projekt Chlus

    pdf - 173,6KB

  • Faktenblatt Umwelt Projekt Chlus

    pdf - 58,9KB

  • Projektgrafik im png-Format

    png - 737,0KB

Unsere Medienmitteilungen zum Projekt Chlus

 
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Ihr Kontakt

Peter Aliesch

Leiter Projekt Chlus

+41 81 423 7852